# “Wider Den Nächtlichen Unfug”—Bielefeld’s Street Lighting from 1853 to the 1880s as a Securatization Infrastructure and Tool for Self-Discipline

**Authors:** Paul Franke

PMC · DOI: 10.1007/s00048-024-00386-1 · Ntm · 2024-05-24

## TL;DR

This paper explores how street lighting in Bielefeld evolved from the 1850s to the 1880s, reflecting changing urban safety needs and self-discipline in industrializing society.

## Contribution

It connects the shift from oil to gas lamps with the rise of modern security practices and self-regulation in urban settings.

## Key findings

- The transition to gas lighting enabled greater visibility and control in urban night spaces.
- Street lighting became a tool for internalizing self-discipline among citizens.
- Conflicts arose as lighting expansion did not fully meet urban middle-class demands for safety.

## Abstract

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Wandel von Sicherheitsbedürfnissen und technologischen Möglichkeiten im Zuge der Industrialisierung anhand der Etablierung der Bielefelder Straßenbeleuchtung im 19. Jahrhundert. Er zeigt, wie die Entwicklung von der Öl- hin zur Gaslaterne zusammenfiel mit einem veränderten Sicherheitsbedürfnis im städtischen Bürgertum. Mit den technischen Möglichkeiten der Gasbeleuchtung konnte nunmehr der nächtliche städtische Raum durchdrungen werden und dadurch einerseits marginalisierte und als Sicherheitsrisiko wahrgenommene Personengruppen sichtbar gemacht sowie auf der anderen Seite dem Licht inhärente disziplinierende Bestrebungen bei den Bürger*innen internalisiert werden. Waren die städtischen Bevölkerungen der Vormoderne und des frühen 19. Jahrhunderts Laternen noch skeptisch oder ablehnend gegenübergestanden, so war bereits Mitte des 19. Jahrhunderts ihre Installation Teil von dezidiert stadtbürgerlichen Forderungen nach mehr persönlicher, ökonomischer und Verkehrssicherheit. So wandelte sich die Laterne von einem Instrument des vormodernen Sichtbarmachens zu einem Instrument beständiger Sichtbarkeit in der Moderne. Dies führte zu neuen Konfliktlinien, da die Expansion der Beleuchtung nicht so umfassend verlief wie vom Stadtbürgertum gefordert. Hier zeigt das Beispiel Bielefeld neben Wandel und Konjunkturen von Versicherheitlichungsbedürfnissen im Zuge der Industrialisierung auch, dass eine Internalisierung obrigkeitsstaatlicher Vorstellungen keinesfalls die Abwesenheit von Konflikt bedeutete. Anhand von Verwaltungsakten und Eingaben wird aus der Perspektive der Historischen Sicherheitsforschung unter Rückgriff auf Foucaults Konzept der Gouvernementalität die Geschichte der Bielefelder Straßenbeleuchtung in den Kontext eines größeren Wandels von Sicherheit, Technik und urbaner Raumgestaltung gesetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass Technik- und Infrastrukturgeschichte wesentlich dabei helfen, die Erkenntnisse der Historischen Sicherheitsforschung zu vertiefen und zu kontextualisieren. Techniknutzung und -erwartungen waren durch eine bisweilen prekäre Allianz verschiedener Akteursgruppen ein wesentlicher Bestandteil eines neuen Sicherheitsverständnisses als auch der sozialsegmentierten Ordnung des urbanen Raums.

## Full-text entities

- **Species:** Homo sapiens (human, species) [taxon 9606]

## Full text

_Full body text omitted from this summary view._ Fetch the complete paper as Markdown: https://tomesphere.com/paper/PMC11150173/full.md

## References

70 references — full list in the complete paper: https://tomesphere.com/paper/PMC11150173/full.md

---
Source: https://tomesphere.com/paper/PMC11150173